Es ist soweit: Das Theranosticum Lausitz nimmt seine Arbeit als zukunftsorientiertes Translationales Zentrum für theranostische Innovationen offiziell auf! Dafür trafen sich drei Tage lang Expert:innen aus Forschung, Medizin, Industrie, Politik und Wirtschaftsförderung zum Austausch, Netzwerken und Synergien eruieren.
Tag 1: Standortbestimmung und Potentiale in Cottbus
Am Montag, dem 27. April 2026, waren wir zu Gast an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg(BTU) in Cottbus. Dabei stand für uns der übergreifende Austausch im Zentrum – besonders hinsichtlich der Standortvorteile und -erfahrungen, der Beziehungen zu Industrie und zur Translation von Forschungsergebnissen in die effiziente Praxis. Nach einer kurzen Einführung durch Projektinitiator und -leiter Matthias Untisz ging es direkt ans Eingemachte: Prof. Dr. Michael Hübner von der BTU zeigte Synergien und Nutzen auf, die sich jetzt schon in den Kooperationen zwischen Lausitz Science Park (LSP), BTU und Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem(MUL-CT) zeigen – und regional, international und global vielfältig erweiterbar sind.
Mit einem wichtigen Statement für den Standort Cottbus zeigte Doreen Mohaupt, Bürgermeisterin und Leiterin des Geschäftsbereiches Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt der Stadt Cottbus/Chóśebuz, welches Potential jetzt schon hier liegt – und warum das Theranosticum Lausitz von hier aus weiter wirken wird. Ergänzt wurde diese visionäre Aussicht durch den Beitrag von Dr. Markus Schwenke, Projektkoordinator des Lausitz Science Park, der den Teilnehmenden die nächsten geplanten Projekte aufzeigte. Und das werden keine Peanuts…
Startblock B2 – das Gründerzentrum der BTU Cottbus
Doreen Mohaupt (Bürgermeisterin und Leiterin des Geschäftsbereiches Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt der Stadt Cottbus/Chóśebuz)
Nicolas Loniewski (Protherium)
Das Projektteam: Matthias Untisz, Dr. Ajay Mohan Mohan und Renata Dolenec
Technologische Innovationen an der BTU
Prof. Dr. Michael Hübner (BTU)
Innovation und Weitblick am Standort in der Lausitz
Nach dem Mittag führte Prof. Dr. Lin Xie durch das Robotiklabor und zeigte den Teilnehmenden, welche technischen Innovation gerade in Cottbus entwickelt werden. Nicolas Loniewski von Protherium erläuterte danach die Pläne für den Aufbau eines GMP-Labors im LSP. Patrick Heilfort (MUL-CT) und Dr. Ajay Mohan Mohan (AIQ Europe GmbH) erläuterten anhand von Praxis-Beispielen, wie die Translation von Forschungsergebnissen und die Produktgestaltung effizient im Bereich der Theranostik geplant und gestaltet werden kann. Dazu schloss sich der Beitrag von Dr. Muhammet Tanc an, der über die erfolgreiche Produkt-Strategie der Nuclide Therapeutics Ltd. referierte.
Der erste Konferenztag war somit bereits voller vielfältiger Eindrücke und demonstrierte eindrücklich die zukunftsweisenden Möglichkeiten am Standort in Cottbus.
Von Patienten und Fachkräften in der Theranostik
Der Dienstag, 28. April 2026, fand an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem in der Klinik für Nuklearmedizin statt. Im Networking-Auftakt stellte sich das Radiopharmacy Cluster Dresden @nukliD® unter Leitung von Dr. Peggy Jungke mit seinen Akteuren vor. Nach einem Rundgang durch die Klinik für Nuklearmedizin mit Dr. Olga Varlamova folgte ein Einblick in die Digitalisierungsstragie der MUL-CT von Martin Peuker.
Höhepunkt: LOI zwischen MUL-CT und AIQ Europe GmbH
Höhepunkt des Nachmittags war die Unterzeichnung des LOI (Letter of Intent) zur Zusammenarbeit zwischen der MUL-CT, der BTU und LSP sowie der AIQ Europe GmbH als erster Partner seitens der Industrie. Die AIQ Europe GmbH mit Sitz in Cottbus ist ein Start-up, das KI-basierte Softwarelösungen zur Analyse medizinischer Bilddaten (Imaging) in der Krebsdiagnostik entwickelt, und so zu effizienteren Analyseprozessen beiträgt.
Zum Abschluss des Tages widmeten wir uns noch einmal dem wichtigen Thema der Fachkräfteausbildung und Theranostischen Qualifikation, mit einem anerkennenden Blick nach Frankreich, wo die ESRPP in dieser Richtung bereits vorbildlich agiert. In einem abschließenden Panel erörterten Dr. Muhammet Tanc (PhD) (CEO, Nuclide Therapeutics Ltd. ), Dr. med. Michael Starke (Chefarzt Nuklearmedizin, MUL-CT), Dr. Ajay Mohan Mohan (AIQ Europe GmbH) und Matthias Untisz (Projektentwicklung, Theranosticum Lausitz) die Chancen und Potentiale einer fachlich spezialisierten Ausbildung für die Theranostik in der Lausitz.
Exkurs nach Dresden: Radionuklidproduktion am HZDR
Am Mittwoch, dem 29. April 2026, folgten einige der Teilnehmenden der Einladung nach Dresden an das Helmholtz-Zentrum Dresden – Rossendorf (HZDR) und das dortige Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Kopka, sowie zur ebenfalls auf dem Gelände des HZDR ansässigen Rotop Pharmaka GmbH, einer erfolgreichen Ausgründung des HZDR.
Der Abschluss der Konferenztage fand seinen Ausklang beim Sponsoren Lunch in den Räumen von ABX-CRO im Herzen von Dresden.
Grundstein für Großes
Wir freuen uns darauf, nun offiziell die Arbeit des Zentrums Theranosticum Lausitz mit unseren Partnern aufzunehmen. Langfristig soll das Theranosticum Lausitz zu einem international vernetzten Zentrum für translationale Forschung und Entwicklung werden, wobei nicht nur der wissenschaftliche Fortschritt, sondern vor allem ein spürbarer Nutzen für die Gesellschaft im Vordergrund stehen. Bessere Therapien, schnellere Innovationen und eine nachhaltige Stärkung der Gesundheitswirtschaft in der Lausitz – und hoffentlich auch weit darüber hinaus!
Wir konnten unsere Initiative mit den lokalen Akteuren zügig und zielgerichtet anschieben. Wenn uns diese Dynamik und Offenheit für eine Zusammenarbeit weiterhin so trägt, stehen die Chancen für die Errichtung eines ‚Translationalen Zentrums für theranostische Innovationen‘ sehr positiv.
Matthias Untisz, verantwortlich für Konzept und Projektentwicklung für das Theranosticum Lausitz
Zur Pressemitteilung der MUL-CT: https://mul-ct.de/aktuelle-informationen?article=763&page=2